Freitag, 13. Januar 2006

9.1. Erster Blick in die Berge

Montag wird weniger Reiseverkehr sein, wurde uns gesagt. Daher wollen wir heute unser Touristenleben beenden und am Abend mit dem Bus zurueck nach Sao Paulo fahren.

Um halb 7 in der Frueh bin ich bereits am Strand. Zuerst ist es etwas unheimlich, allein auf den Strassen. Am Strand aber ist es herrlich zu gehen. Die Putztruppe ist unterwegs und ein paar Einzelgaenger, sonst aber herrscht Friede, denn die Lautsprecher der Bars werden erst spaeter plaerren.

Dieser Tag wird der heisseste waehrend unseres Aufenthalts am Litoral, schaetze locker ueber 35 Grad. Es schmerzt fast, wenn man in der Sonne geht. Auch vermissen wir das Lueftchen vom Meer, das sonst angenehm erfrischt. Wir kaufen unsere Fahrkarten gleich nach dem Fruehstueck, anschiessend fluechten wir vor der Hitze nach Hause.

Heidruns Spezialsalat mit Advocado und Mango schmeckt uns koestlich.
Kueche und Zimmer werden ausgeraeumt, wir leeren die Weissweinflasche mit Elisabeth, noch ein Abschiedschwumm im Meer und um halb 5 brechen wir auf, zur letzten Fahrt mit dem Trenzinho.

Im Rueckblick ist das Leben am Land einfacher, "normaler" als in der Stadt. Offenbar gibt es einen breiteren Mittelstand hier und weniger extreme Armut. Menschen, die auf der Strasse wohnen, haben wir nicht gesehen. Erst einige Kilometer entfernt von der Kueste beginnen die Uebergaenge von den Mittelschichthaeusern zu den (ehemaligen) Favelas.

Candinha hat die vordersten zwei Sitze "auf der Schattenseite" fuer uns ergattert.
Zwischen der Atlantikkueste und Sao Paulo liegt ein Gebirge, die Serra. Dass es hier auch Berge gibt, hatte ich bisher nicht ernst genommen und am Herweg muss ich es verschlafen haben. Jetzt aber sind sie nicht zu uebersehen. Praechtig bauen sie sich vor uns auf. Die Strasse windet sich hinauf ueber ausserordentliche weite Bruecken, oft hoch ueber einem Fluss oder einer Schlucht. Rechts und links nur Urwald. Das Abendlicht fliesst in die Seitentaeler. Fast atemlos bewundere ich die Lichtspiele, es soll bitte nicht so bald aufhoeren!

An der hoechsten Stelle passiert der Bus 1800 m, erklaert der Chauffeur. Von hier an verlaueft die Reise weniger spektakulaer, der Verkehr ist gottseidank fluessig.
Ich komme puenktlich um 8 zuhause an und erklaere Clotilde, unserer Leiterin: "Mission vollbracht."

Alle bewundern meine Braeune. Jetzt bin ich schon fast eine negrinha, heisst es.
*g*

Das wichtigste KURZ

Endlich Fotos! - ab 1.2.. Dieses Blog enthaelt Notizen und Fotos bis zum 23.2., der ersten Zeit in Piaui. Fortsetzung unter <2brasil.twoday.net>!!!!!!!! Seit 30.1. geniesse das Landleben im "Wilden Westen" von Brasilien - das ist der Nordosten, genauer gesagt Bundesstaat Piaui! Derzeit wohne ich in der Fundacao ASAS, einem privaten Bildungsprojekt fuer Kinder aus benachteiligten Familien. Roberto, der Gruender, ist Hoellaender und arbeitet hier als Seelsorger. Die Gemeinde Sao Miguel hat etwa 3000 EW, laendlicher Raum, schoene Natur, derzeit angenehm sommerliches Wetter. Ich arbeite im Buero, habe viel Kontakt mit Kindern und besuche Familien. Die ersten 2,5 Monate habe ich in Sao Paulo gelebt, in verschiedenen Haeusern der Schwestern der Congregatio Jesu: Zentrale, Schule, Peripherie. Besuchte Sozialprojekte, interviewte interessante Menschen, recherierte viel im Internet, lernte portugiesisch und half ehrenamtlich mit.

Info fuer AllesleserInnen

Das Tagebuch ist wieder aktuell. Falls dein PC manche Tage nicht anzeigt, gehe in der obersten Befehlszeile auf "brasil" und wenn die Auswahl sich zeigt auf "Tagebuch". Die Suchmaschine funktioniert auch, allerdings muss man halt wissen, was man finden will... Peter und Heidrun wissen normalerweise, wie es mir geht: peter.hirsch@atnet.at; HeidrunLange1984@aol.com

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