18.12. Der Spagat der Kirche
Ein Artikel versetzt die kirchlich organisierten Menschen hier in Aufregung: Bischof X versucht, die Arbeit der Laien klarer zu regeln und einzuschraenken.
Auch im einmal sogenannten "groessten katholischen Land der Welt" zeigen sich die Widersprueche und Konfliktlinien unserer Kirche sehr deutlich.
Auf der einen Seite die durchdachte und theologisch fundierte Realitaet kirchlicher Reglungen: Was eine Messe bedeutet, was dabei einem Priester zu tun vorbehalten ist.
Auf der anderen Seite der Wunsch der Menschen, die Messe gemeinsam zu feiern - und es gibt nicht genuegend Priester, um gesetzeskonform zu handeln. Nein, die Kirche hier an der Peripherie, das sind zu 95% Frauen!
Da ist er spuerbar, der Spagat der Kirche, zwischen Ist und Soll, zwischen Maennern und Frauen, Oben und Unten, zwischen Ordnung und kreativem Umgang mit der Realitaet.
Wie klebt das alles trotzdem zusammen? Warum fliegt das Werkl nicht schon lang in die Luft bei den vielen ungeloesten und vielen unloesbaren Konflikten?
Ein Grund ist sicher eine Art von vernueftig nicht zu erklaerendem Vertrauen, dass es Weitergehen wird und dass es besser werden wird, wenn wir uns einsetzen.
Und ueber diesem Grundvertrauen tobt die Auseinandersetzung der Ideen und Ueberzeugungen, wie man heute leben und feiern soll, wenn man sich an Jesus orientiert.
Ich habe durch meine fast taeglichen Messbesuche hier schon auf viele Arten gefeiert: Mit und ohne Kommunion, mit und ohne Priester, mit mehr oder weniger Dialog und Beteiligung aller. Ich bewundere diese Vielfalt und denke, dass unsere Kirche in Europa daran leidet, dass "Messe" etwas Fertiges und Perfektes sein muss.
Hier gibt es eine groessere Bandbreite des Akzeptierten und mehr Bereitschaft und Freude, Messe persoenlich zu gestalten.
Waere es mein Fachgebiet, wuerde ich diesem Unterschied mehr auf die Spur kommen wollen: Was haelt die Kirche hier so lebendig? Wie wird sie zur Unterstuezung der persoenlichen Erfahrung mit Gott?
Und was ist jetzt dran, an der verordneten Beschraenkung der Feiern, die von Laien gestalten werden? - Das frage ich also Padre Joao. Er bleibt cool und antwortet britisch pragmatisch: "Wird sich geben. Spaetestens wenn gar keine Priester mehr hier an der Peripherie sind."
Seine Predigt am Vormittag und meine beschraenkten Sprachkenntnisse haben mich heute Vormittag auf eine Idee gebracht: Fuer mich neu zu uebersetzen und aufzuschreiben, an was ich zu glauben im Stande bin. "Mein Glaubensbekenntnis" sozusagen.
Wahrscheinlich wird es nie fertig werden, denn ich bemerke, wie ich mich schon durch das Schreiben veraendere: durch das klarere Bewusstsein meines Lebensfundaments und der vielen Risse und Spruenge darin.
Auch im einmal sogenannten "groessten katholischen Land der Welt" zeigen sich die Widersprueche und Konfliktlinien unserer Kirche sehr deutlich.
Auf der einen Seite die durchdachte und theologisch fundierte Realitaet kirchlicher Reglungen: Was eine Messe bedeutet, was dabei einem Priester zu tun vorbehalten ist.
Auf der anderen Seite der Wunsch der Menschen, die Messe gemeinsam zu feiern - und es gibt nicht genuegend Priester, um gesetzeskonform zu handeln. Nein, die Kirche hier an der Peripherie, das sind zu 95% Frauen!
Da ist er spuerbar, der Spagat der Kirche, zwischen Ist und Soll, zwischen Maennern und Frauen, Oben und Unten, zwischen Ordnung und kreativem Umgang mit der Realitaet.
Wie klebt das alles trotzdem zusammen? Warum fliegt das Werkl nicht schon lang in die Luft bei den vielen ungeloesten und vielen unloesbaren Konflikten?
Ein Grund ist sicher eine Art von vernueftig nicht zu erklaerendem Vertrauen, dass es Weitergehen wird und dass es besser werden wird, wenn wir uns einsetzen.
Und ueber diesem Grundvertrauen tobt die Auseinandersetzung der Ideen und Ueberzeugungen, wie man heute leben und feiern soll, wenn man sich an Jesus orientiert.
Ich habe durch meine fast taeglichen Messbesuche hier schon auf viele Arten gefeiert: Mit und ohne Kommunion, mit und ohne Priester, mit mehr oder weniger Dialog und Beteiligung aller. Ich bewundere diese Vielfalt und denke, dass unsere Kirche in Europa daran leidet, dass "Messe" etwas Fertiges und Perfektes sein muss.
Hier gibt es eine groessere Bandbreite des Akzeptierten und mehr Bereitschaft und Freude, Messe persoenlich zu gestalten.
Waere es mein Fachgebiet, wuerde ich diesem Unterschied mehr auf die Spur kommen wollen: Was haelt die Kirche hier so lebendig? Wie wird sie zur Unterstuezung der persoenlichen Erfahrung mit Gott?
Und was ist jetzt dran, an der verordneten Beschraenkung der Feiern, die von Laien gestalten werden? - Das frage ich also Padre Joao. Er bleibt cool und antwortet britisch pragmatisch: "Wird sich geben. Spaetestens wenn gar keine Priester mehr hier an der Peripherie sind."
Seine Predigt am Vormittag und meine beschraenkten Sprachkenntnisse haben mich heute Vormittag auf eine Idee gebracht: Fuer mich neu zu uebersetzen und aufzuschreiben, an was ich zu glauben im Stande bin. "Mein Glaubensbekenntnis" sozusagen.
Wahrscheinlich wird es nie fertig werden, denn ich bemerke, wie ich mich schon durch das Schreiben veraendere: durch das klarere Bewusstsein meines Lebensfundaments und der vielen Risse und Spruenge darin.
rosa_r - 26. Dez, 17:18

Rosa_S an Rosa_R
Herzlichen Dank für Deine Berichte. Du schreibst so lebensecht, da kann ich es direkt fast miterleben. Es ist schon Weihnachten - ich wünsche Dir frohe Festtage und komm uns gesund und glücklich wieder heim!!!
Liebe Grüße
Mama
rosa zurueck an rosa
aeh, peinlich dieser reim, pardon, ist mit mir durchgegangen.... ;-)
bin ja, wie du weisst, in bester obhut. nicht einmal auf ein fussballmatch haben sie mich lassen! und jetzt ist die saison vorbei! *quasi-schluchz*
strotze bisher vor gesundheit und bin gut ausgeschlafen. hier im provinzialat kann ich allerdings wieder mehr ins internet, das wird mir ein paar stunden schlaf kosten, denn ich bin viel am lesen ueber brasilien, die sozialpolitik hier usw.
der weihnachtsbericht ist auch am entstehen. hast du jetzt "urlaub"?
umarmung!!