24.12. Weihnachtsfreude

"Du wirst diese Weihnachten sicher ganz anders verbringen wie sonst, aber dadurch vielleicht bewusster..." schrieb Schwester Mechtild, die Leiterin der "meiner" Schwestern von der Congregatio Jesus, und damit meine erste Gastgeberin.
Ja, das ist wohl war!

Der Vormittag brachte ein wenig Zeit, um zu verschnaufen und an euch daheim zu denken. Ich bin ja im Provinzialat aufgewacht, und da gibts einen Computer im Keller, und, gottseidank, konnte ich zum ersten mal seit 10 Tagen wieder ins Netz. Wie schoen, so viele Mails!
Ein besonders schoenes Weihnachtsgeschenk brachte das Mail von Damir: Pass, Visum und Arbeitsbewilligung sind da! Da habe ich aber gestrahlt. Gratuliere!

Leider konnte ich die Post nur Lesen, denn bald war das Netz wieder blockiert.
Irmi hat ueberraschenderweise angerufen und das war schoen!

Dass der Weihnachtsbaum im Vatikan aus Oesterreich ist, wissen alle. Wie ein original oesterreichischer Weihnachtsbaum duftet, weiss man jetzt auch: Zum Mittagessen habe ich das Flaeschchen mit Weisstannenoel geoeffnet, ein Geschenk aus dem Lainzer "Notfallkoffer", und wir haben "aromatisiert" geschmaust.
Katia erzaehlt beim Essen, dass sie im Fernsehen gehoert hat, der Papst habe die Missa da Gallo (Mette) heuer verboten.
Wegen der Vogelgrippe! ;-)

Aber nein, keine Angst! Ich war in der Mette und zwar wieder mit Hilda "in der Vorstadt". Herbergsuche und Christgeburt wurden von Alt und Jung aus der Gemeinde gespielt.
Am Ende der Messe stimmte der Gitarrist zu meiner Ueberraschung "Stille Nacht" an. Ich war natuerlich heftig mit dabei - auch wenns portugiesisch war!
*seufz!*

Anschliessend, etwas untypisch, gabs Grillerei und Feuerwerk. Das eine im Hof des Elternhauses von Padre Ermin (?), das andere auf der Strasse.
Die grosse Familie war versammelt und wiederum ging es herzlich zu. Mit einigen Geschwistern von Ermin konnte ich mich gut unterhalten: Die blinde Schwester ist Masseurin und nicht auf den Mund gefallen. Der Schwager ist Flugzeugtechniker.
Etwa zehn Sorten Fleisch und Wurst werden auf langen Spiessen gegrillt. Im Lauf von ein bis zwei Stunden reicht der Churrasco-Meister die Spiesse einen nach dem anderen herum, das ergibt ein gemuetliches und endloses Ausprobieren von neuen Geschmaeckern.

Um eins in der Nacht brachte man uns nach Hause. Jetzt waren die Patoralassistentinnen Hilda und Dulce endlich ausser Obligo und wir konnten in Ruhe die Bescherung feiern. Mit "Es wird scho glei dumpa"!
Am Kuechenkastl waren einige Packerl und Weihnachtskarten hergerichtet. Ich habe eine rassige schwarze Handtasche aus umhaekelten Verschluessen von Coladosen bekommen und eine rote Kochschuerze! Juchu, Peter, die kommt nach Harbach!
natal

Die Vorstadt ist ein guter Ort, die Christgeburt zu feiern.
"In der City" und auf der Avenida Paulista haetten sie fuer den Migranten und seine schwangere Freundin aus einer Gegend mit schlechtem Ruf sicher auch heute keinen Platz....

Weihnachten ist eigentlich kein suesses Fest. Auch wenn die lieben Kripplein das vortaeuschen.
Eine Geburt ist ein schmerzvoller Akt, riskant und blutig. Und trotzdem voller Freude.
Ja, nicht suess, sondern mit dem Mut zum Risiko und voller Freude sollen eure Feiertage und soll das Neue Jahr sein!
Seid umarmt!
peterwien - 28. Dez, 08:55

Verspätete Grüsse

Liebe Reingard, ich wiederhole mich schon wieder:
Du schreibst so schön!
Aber irgendwie geht es Dir wie dem Tristram Shandy: Du fällst mit dem Schreiben hinter dem Leben zurück (er stellt irgendwo in seinen "Memoiren" so ungefähr fest: Jetzt habe ich ein Jahr lang geschrieben und bin in meinem Leben nur sechs Monate weitergekommen. Das heisst: Je mehr ich schreiben werde, desto mehr werde ich zu schreiben haben. Und ob das gut ist für die Augen meiner Leser? (Vor allem am Bildschirm))

Es war schön, Deine Stimme am Telefon zu hören - noch viele schöne Tage wünsche ich Dir, bevor Du und die Schürze nach Harbach kommen!
Peter

rosa_r - 29. Dez, 14:11

Rueckfaelle

Ja Peter, genau so fuehle ich mich: Das Denken und Schreiben ist viiiiel langsamer als das Leben.
Oder anders gesagt: Meine Faehigkeit zu verstehen und einzuordnen, was mir hier begegnet, waechst nicht so rasch, wie ich neue Erfahrungen und Eindruecke sammle.
Wie im Aikido - Wenn du die Bewegung zuerst im Kopf machen willst, bist du schon tot, bevor du begonnen hast. Denn der Kopf ist zu langsam und es dauert Jahre, bis es moeglich ist, gleichzeitig (oder sogar eine Ahnung im voraus) eine bewusste Vorstellung von der Bewegung zu haben.
Also: Den Kopf lassen und dem Koerper vertrauen. Oder wie die Aborigines sagen: Mit den Fuessen sehen.
Aber, wie uebersetze ich das am besten auf die Situation hier? Mich einfach dem Prozess der Veraenderung, die diese Sabbatzeit bringen wird, anvertrauen? Mit dem Herzen sehen?
Net leicht! Schmeckt aber gut!
Philip Endean - 28. Dez, 23:27

Greetings from England

Es freut mich sehr zu wissen, dass Du dort in Brasilien schon angekommen bist--und ich bekomme jetzt dieses Blog per RSS, und nehme so irgendwo an der Reise teil! Um bom novo ano!

much love

Philip

rosa_r - 29. Dez, 14:00

hy philip,

since you were my partner at the biginning of my journey with the Congregacio Jesus, in Feb. 2001 in Rome, its very good, that you are "companiero" even today at brasil!
good luck for you and your projects!
abraçoes brasileiros!

Das wichtigste KURZ

Endlich Fotos! - ab 1.2.. Dieses Blog enthaelt Notizen und Fotos bis zum 23.2., der ersten Zeit in Piaui. Fortsetzung unter <2brasil.twoday.net>!!!!!!!! Seit 30.1. geniesse das Landleben im "Wilden Westen" von Brasilien - das ist der Nordosten, genauer gesagt Bundesstaat Piaui! Derzeit wohne ich in der Fundacao ASAS, einem privaten Bildungsprojekt fuer Kinder aus benachteiligten Familien. Roberto, der Gruender, ist Hoellaender und arbeitet hier als Seelsorger. Die Gemeinde Sao Miguel hat etwa 3000 EW, laendlicher Raum, schoene Natur, derzeit angenehm sommerliches Wetter. Ich arbeite im Buero, habe viel Kontakt mit Kindern und besuche Familien. Die ersten 2,5 Monate habe ich in Sao Paulo gelebt, in verschiedenen Haeusern der Schwestern der Congregatio Jesu: Zentrale, Schule, Peripherie. Besuchte Sozialprojekte, interviewte interessante Menschen, recherierte viel im Internet, lernte portugiesisch und half ehrenamtlich mit.

Info fuer AllesleserInnen

Das Tagebuch ist wieder aktuell. Falls dein PC manche Tage nicht anzeigt, gehe in der obersten Befehlszeile auf "brasil" und wenn die Auswahl sich zeigt auf "Tagebuch". Die Suchmaschine funktioniert auch, allerdings muss man halt wissen, was man finden will... Peter und Heidrun wissen normalerweise, wie es mir geht: peter.hirsch@atnet.at; HeidrunLange1984@aol.com

Aktuelle Beiträge

HE!
das ist doch gar nicht wahr! wenn schon hab ich gesagt:...
heidschnucke - 23. Mär, 11:22
20.2. Maria will deutsch...
Es ist 7 Uhr, ich bin noch am Fruehstuecken, als Maria...
rosa_r - 2. Mär, 18:00
18.2. Ueber dem See
Dass ich noch nie am See war hat zwei Gruende: Es gibt...
rosa_r - 2. Mär, 17:59
19.2. Die kleine Kaempferin
“Meine Freundin hat mich gar nicht besucht!” so klagt...
rosa_r - 2. Mär, 17:56
13.2. Montag - Arbeitsbeginn
Ab heute gehts also los mit dem Vorbereitungs-Betrieb...
rosa_r - 2. Mär, 17:54

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Ankommen
Anreise
Projekte
Tagebuch
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren