29.12. Zukunftsplaene schmieden
Ich bin schon frueh wach und hoere die Voegel und die Ruhe des Hauses. Wieder ein sonniger Tag. Schliesslich tappst jemand in die Kueche: Rudi braut Expresso.

Jetzt muss ich noch etwas von der Schule erzaehlen. Wie ist es dazu gekommen, dass der 60-jaehrige Kuenstler eine Schule leitet?
So schoen die Gegend ist, so duerftig ist die Infrastruktur. Als Katja im Kindergartenalter war, gab es keine Moeglichkeit fuer sie, die vernueftig erreichbar gewesen waere. Rudi und Stela haben im Jahr 2000 eine Lehrerin engagiert und die Rauemlichkeiten und Materialien fuer eine Kindergruppe organisiert. Heute besucht Katja schon eine Schule "fuer die Grossen", die Vorschule auf dem eigenen Grundstueck fuehren Stela und Rudi weiter und sie blueht: 60 Kinder kommen taeglich, die einen am Vormittag, die anderen am Nachmittag.
Das alternative Bildungskonzept ist ausgefeilt und basiert auf ganzheitlichem Lernen mit der Methode von Paolo Freire. "Der Lehrer ist Politiker und Kuenstler", so lautet der Titel eines seiner bekanntesten Buecher. Und wie man das umsetzen kann, dazu gibt es in dieser Lebens-Kunst-Schule einige Erfahrungen.
Ausgangspunkt ist immer eine Frage aus dem Alltag der Kinder, zum Beispiel: Wieviel wiegt ein Kanichen? Von hier aus geht es weiter in die Mathematik, zur Biologie, zum Lesen und Schreiben und so weiter. Die Kinder sammeln Erfahrungen im Garten und kochen. Sie haben viele Moeglichkeiten, ihre Kreativitaet zu entdecken und zu entwickeln - mit Musik, mit Malen, ja sogar mit Trickfilm-Zeichen!
Stela ist Obfrau des Schulvereins Apecatu, das ist Indianer-Sprache und bedeutet: Der gute Weg. Sie erhalten inzwischen auch Unterstuetzung vom Ministerium und der Stadt, trotzdem sind Patenschaften fuer Kinder (Kosten fuer ein Schuljahr und ein Kind: 200 Euro) oder fuer Feste oder Ausfluege herzlich willkommen.
"Wenn sie Fragen haben, zoegern sich nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen.", heisst es im Projektbericht. Fuer Interessierte daher die Adresse mit dem seltenen Privileg, dass man auf deutsch und englisch verstanden wird: amarcord@uol.com.br
Danke Rudi und Stela fuer die Moeglichkeit, bei euch aufzutanken!
Am Abend ergreife ich die Chance, mit Marlene zu sprechen. Sie ist etwa so alt wie ich und arbeitet in Piaui, wo ich hoffe ab Ende Jaenner mitarbeiten zu koennen.
Noch jeder, der das gehoert hat, meinte nach einer kurzen Stockung: Na, da wirst du ja eine andere Welt kennen lernen....
Viel Armut, laendlicher Raum.... ich bin gespannt.
Marlenes Bericht verschiebt einiges. Die Schwestern selbst haben dort keine Projekte, wohl aber gibt es zwei sehr interessante Initativen. In San Raymondo Nonato hat ein Ehrenamtlicher mit Kinderbetreuung angefangen. Soweit ich verstanden habe, sind jetzt 200 Kinder einbezogen und die Initiative ist voellig privat. Es wird angenommen, dass ich dort was Sinnvolles tun kann.
20 km entfernt davon hat ein Anthropologe aus Frankreich ebenso auf eigene Faust begonnen, wertvolle Hoehlenmalerien zu konservieren. Seine Publikationen und das Projekt sind anerkannt und inzwischen auch gefoerdert. Die Gegend wurde zum Nationalpark erklaert und es gibt auch die Moeglichkeit, als Tourist gefuhert zu werden. Wer einen Blick wagen will:
http://www.fumdham.org.br/
Mit Marlene suche ich auch Xingu im Internet, die Dioezese von Erwin Kraeutler, dem Indianer-Bischof aus Vorarlberg. Ich hatte bereits email-Kontakt mit ihm. Sollte in Piaui nur ein Besuch sinnvoll sein, liegt Xingu ja fast in der Nachbarschaft (weniger als 1000 km entfernt).
Ich bespreche mit Clotilde das weitere Vorgehen, und sie raet, die Moeglichkeiten ruhig zu erfragen. Fuer mich ist es spannend, welche Tueren sich oeffnen werden.

Jetzt muss ich noch etwas von der Schule erzaehlen. Wie ist es dazu gekommen, dass der 60-jaehrige Kuenstler eine Schule leitet?
So schoen die Gegend ist, so duerftig ist die Infrastruktur. Als Katja im Kindergartenalter war, gab es keine Moeglichkeit fuer sie, die vernueftig erreichbar gewesen waere. Rudi und Stela haben im Jahr 2000 eine Lehrerin engagiert und die Rauemlichkeiten und Materialien fuer eine Kindergruppe organisiert. Heute besucht Katja schon eine Schule "fuer die Grossen", die Vorschule auf dem eigenen Grundstueck fuehren Stela und Rudi weiter und sie blueht: 60 Kinder kommen taeglich, die einen am Vormittag, die anderen am Nachmittag.
Das alternative Bildungskonzept ist ausgefeilt und basiert auf ganzheitlichem Lernen mit der Methode von Paolo Freire. "Der Lehrer ist Politiker und Kuenstler", so lautet der Titel eines seiner bekanntesten Buecher. Und wie man das umsetzen kann, dazu gibt es in dieser Lebens-Kunst-Schule einige Erfahrungen.
Ausgangspunkt ist immer eine Frage aus dem Alltag der Kinder, zum Beispiel: Wieviel wiegt ein Kanichen? Von hier aus geht es weiter in die Mathematik, zur Biologie, zum Lesen und Schreiben und so weiter. Die Kinder sammeln Erfahrungen im Garten und kochen. Sie haben viele Moeglichkeiten, ihre Kreativitaet zu entdecken und zu entwickeln - mit Musik, mit Malen, ja sogar mit Trickfilm-Zeichen!
Stela ist Obfrau des Schulvereins Apecatu, das ist Indianer-Sprache und bedeutet: Der gute Weg. Sie erhalten inzwischen auch Unterstuetzung vom Ministerium und der Stadt, trotzdem sind Patenschaften fuer Kinder (Kosten fuer ein Schuljahr und ein Kind: 200 Euro) oder fuer Feste oder Ausfluege herzlich willkommen.
"Wenn sie Fragen haben, zoegern sich nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen.", heisst es im Projektbericht. Fuer Interessierte daher die Adresse mit dem seltenen Privileg, dass man auf deutsch und englisch verstanden wird: amarcord@uol.com.br
Danke Rudi und Stela fuer die Moeglichkeit, bei euch aufzutanken!
Am Abend ergreife ich die Chance, mit Marlene zu sprechen. Sie ist etwa so alt wie ich und arbeitet in Piaui, wo ich hoffe ab Ende Jaenner mitarbeiten zu koennen.
Noch jeder, der das gehoert hat, meinte nach einer kurzen Stockung: Na, da wirst du ja eine andere Welt kennen lernen....
Viel Armut, laendlicher Raum.... ich bin gespannt.
Marlenes Bericht verschiebt einiges. Die Schwestern selbst haben dort keine Projekte, wohl aber gibt es zwei sehr interessante Initativen. In San Raymondo Nonato hat ein Ehrenamtlicher mit Kinderbetreuung angefangen. Soweit ich verstanden habe, sind jetzt 200 Kinder einbezogen und die Initiative ist voellig privat. Es wird angenommen, dass ich dort was Sinnvolles tun kann.
20 km entfernt davon hat ein Anthropologe aus Frankreich ebenso auf eigene Faust begonnen, wertvolle Hoehlenmalerien zu konservieren. Seine Publikationen und das Projekt sind anerkannt und inzwischen auch gefoerdert. Die Gegend wurde zum Nationalpark erklaert und es gibt auch die Moeglichkeit, als Tourist gefuhert zu werden. Wer einen Blick wagen will:
http://www.fumdham.org.br/
Mit Marlene suche ich auch Xingu im Internet, die Dioezese von Erwin Kraeutler, dem Indianer-Bischof aus Vorarlberg. Ich hatte bereits email-Kontakt mit ihm. Sollte in Piaui nur ein Besuch sinnvoll sein, liegt Xingu ja fast in der Nachbarschaft (weniger als 1000 km entfernt).
Ich bespreche mit Clotilde das weitere Vorgehen, und sie raet, die Moeglichkeiten ruhig zu erfragen. Fuer mich ist es spannend, welche Tueren sich oeffnen werden.
rosa_r - 30. Dez, 01:30
