22.1. Alltag und Sonntag
Gottseidank gab es jetzt ein paar ruhigere Tage um die offenen Dinge zu erledigen.
Heute, am Sonntag, moechte ich aber etwas anderes unternehmen und die Schwestern bei der Schule besuchen, wo ich einen Monat gewohnt habe.

Um 3/4 7 geht bei uns die Sonne auf, wir fahren zur Kirche "Nossa Senhora Aparecida", die Maria als Patronin von Brasilien geweiht ist.
Die "Nossa" ist hier allgegenwaertig, eine schwarze Maria, dargestellt mit Diamantkrone und blauem Umhang, auf dem Brasiliens Flagge aufgenaeht ist.
Ihre Geschichte ist kurz: Drei Fischer sollen Essen beschaffen fuer einen Gouverneur auf der Durchreise, die Netze bleiben aber leer. Statt dessen ziehen sie eine kleine Terracotta-Figur aus dem Wasser, spaeter den dazugehoerigen Kopf. Als beides zusammen gefuegt wird, fuellen sich auch ihre Netze. Aus Dank bauen sie der Aufgetauchten, der "Aparecida" auf portugiesisch, eine kleine Kapelle.
zitiere antje schrupp: http://www.antjeschrupp.de/aparecida.htm, 23.1.06
"Die kleine, nicht einmal vierzig Zentimeter hohe Madonnenfigur machte aus dem verschlafenen Nest einen der größten Wallfahrtsorte der Welt: Heute pilgern jedes Jahr etwa sieben Millionen Menschen zum brasilianischen Nationalheiligtum.", das unweit von Sao Paulo liegt.
In der Volksreligiositaet Brasiliens spielt Maria eine zentrale Rolle. Allerdings haben die Menschen ihr Vertrauen zu weiblichen Naturgottheiten und das Vertrauen zur Gottesmutter, der katholischen Maria, nicht sauber auseinandergehalten.
So sind (wie auch bei uns, nur hier noch deutlicher erkennbar) die verschiedenen Frauen-Leitbilder ineinandergewachsen. Das ergibt die brasilianischen Madonnen: neue, kraftvolle religoese Frauenbilder:
Die Maria der unbefleckten Empfängnis aehnelt Oxum, einer afrikanischen Fruchtbarkeitsgöttin. Nana, das Urbild der alten weisen Frau, ist Maria als Muttergottes.
Und "Nossa Senhora!", ein Ausruf, der unserem "Mein Gott!" entspricht, ist eine Maria ohne Kind, Herrscherin und Beschuetzerin, die gleichzeitig "eine der unseren" ist: Eine schwarze, die von Fischern gefunden wurde.

Dieser Muttergottes ist also die noble Kirche in unserer Gegend geweiht.
Hier sehe ich zum ersten Mal eine "Volksbibel" des 20. Jahrhunderts: Die biblischen Geschichten sind an den Waenden gemalt und die Menschen tragen Jeans und Kleidung unserer Zeit. Sieht interessant aus.
Heute wirds heiss, bei der Anreise um halb 10 hat es schon 27 Grad.
In Tatuapé ists gemuetlich: Nur vier Schwestern sind da. Teresinha und Alberta erzaehlen von dem theologischen Hochschulkurs, der jetzt abgeschlossen ist. Drei Wochen taeglich von 7 Uhr frueh bis 18 Uhr abends und dazu ueber eine Stunde Anreise pro Weg. Beeindruckend diese Leistung der Damen mit 60 und 75 Jahren!
Wir essen und setzen uns an den Pool. Ich kreiere Eiskaffe, Caetana haenselt alle, Alberta politisiert profund, Teresinha badet alles aus - es gibt viel Gelaechter und gute Gespraeche.
Wieder zuhause legt endlich das ersehnte Gewitter los. Es scheppert unglaublich.
Nach dem Abendessen setze ich mich noch an den PC um Post und Blog durchzuschauen. Clotilde und ich fuehren ein schoenes Gespraech. Sie bringt mir ein Eis und moechte meiner Familie ganz liebe Gruesse ausrichten. "Abraços" - eine Umarmung schickt sie euch!
Und neckt mich: "Wir muessen noch herausfinden, wie wir dich an diesen Stuhl fesseln koennen (vor dem PC). Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass du bald hier weg gehst."
Wir lachen, jetzt nicht ans Weggehen denken!
Aber mit schoenen Gedanken an euch schlafe ich ein.
Heute, am Sonntag, moechte ich aber etwas anderes unternehmen und die Schwestern bei der Schule besuchen, wo ich einen Monat gewohnt habe.

Um 3/4 7 geht bei uns die Sonne auf, wir fahren zur Kirche "Nossa Senhora Aparecida", die Maria als Patronin von Brasilien geweiht ist.
Die "Nossa" ist hier allgegenwaertig, eine schwarze Maria, dargestellt mit Diamantkrone und blauem Umhang, auf dem Brasiliens Flagge aufgenaeht ist.
Ihre Geschichte ist kurz: Drei Fischer sollen Essen beschaffen fuer einen Gouverneur auf der Durchreise, die Netze bleiben aber leer. Statt dessen ziehen sie eine kleine Terracotta-Figur aus dem Wasser, spaeter den dazugehoerigen Kopf. Als beides zusammen gefuegt wird, fuellen sich auch ihre Netze. Aus Dank bauen sie der Aufgetauchten, der "Aparecida" auf portugiesisch, eine kleine Kapelle.
zitiere antje schrupp: http://www.antjeschrupp.de/aparecida.htm, 23.1.06
"Die kleine, nicht einmal vierzig Zentimeter hohe Madonnenfigur machte aus dem verschlafenen Nest einen der größten Wallfahrtsorte der Welt: Heute pilgern jedes Jahr etwa sieben Millionen Menschen zum brasilianischen Nationalheiligtum.", das unweit von Sao Paulo liegt.
In der Volksreligiositaet Brasiliens spielt Maria eine zentrale Rolle. Allerdings haben die Menschen ihr Vertrauen zu weiblichen Naturgottheiten und das Vertrauen zur Gottesmutter, der katholischen Maria, nicht sauber auseinandergehalten.
So sind (wie auch bei uns, nur hier noch deutlicher erkennbar) die verschiedenen Frauen-Leitbilder ineinandergewachsen. Das ergibt die brasilianischen Madonnen: neue, kraftvolle religoese Frauenbilder:
Die Maria der unbefleckten Empfängnis aehnelt Oxum, einer afrikanischen Fruchtbarkeitsgöttin. Nana, das Urbild der alten weisen Frau, ist Maria als Muttergottes.
Und "Nossa Senhora!", ein Ausruf, der unserem "Mein Gott!" entspricht, ist eine Maria ohne Kind, Herrscherin und Beschuetzerin, die gleichzeitig "eine der unseren" ist: Eine schwarze, die von Fischern gefunden wurde.

Dieser Muttergottes ist also die noble Kirche in unserer Gegend geweiht.
Hier sehe ich zum ersten Mal eine "Volksbibel" des 20. Jahrhunderts: Die biblischen Geschichten sind an den Waenden gemalt und die Menschen tragen Jeans und Kleidung unserer Zeit. Sieht interessant aus.
Heute wirds heiss, bei der Anreise um halb 10 hat es schon 27 Grad.
In Tatuapé ists gemuetlich: Nur vier Schwestern sind da. Teresinha und Alberta erzaehlen von dem theologischen Hochschulkurs, der jetzt abgeschlossen ist. Drei Wochen taeglich von 7 Uhr frueh bis 18 Uhr abends und dazu ueber eine Stunde Anreise pro Weg. Beeindruckend diese Leistung der Damen mit 60 und 75 Jahren!
Wir essen und setzen uns an den Pool. Ich kreiere Eiskaffe, Caetana haenselt alle, Alberta politisiert profund, Teresinha badet alles aus - es gibt viel Gelaechter und gute Gespraeche.
Wieder zuhause legt endlich das ersehnte Gewitter los. Es scheppert unglaublich.
Nach dem Abendessen setze ich mich noch an den PC um Post und Blog durchzuschauen. Clotilde und ich fuehren ein schoenes Gespraech. Sie bringt mir ein Eis und moechte meiner Familie ganz liebe Gruesse ausrichten. "Abraços" - eine Umarmung schickt sie euch!
Und neckt mich: "Wir muessen noch herausfinden, wie wir dich an diesen Stuhl fesseln koennen (vor dem PC). Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass du bald hier weg gehst."
Wir lachen, jetzt nicht ans Weggehen denken!
Aber mit schoenen Gedanken an euch schlafe ich ein.
rosa_r - 23. Jan, 19:09
