28.1. "Kloster"festtag
Ein gefuehlvoller Moment:
Schwester Cleidi ist etwas ueber zwanzig, schlank, hat ein schoenes und kluges Gesicht. Sie
kniet vor dem Alter und sagt:
"Schwester Clotilde, um Gottes Barmherzigkeit Willen bitte ich sie, nachdem ich die Konstitutionen kennen gelernt habe und das Leben in der Gemeinschaft seit drei Jahren erfahre, um die Erlaubnis, weitere drei Jahre mein Leben fuer Gott und das Reich Gottes einsetzen zu duerfen und meine Bindung an die Congregatio Jesu um drei Jahre zu verlaengern."
"Sie moechten weiter in unserer Kongregation leben, unter der Bedingung sich an den Massstaeben des Evangeliums zu orientieren, unsere Weise des Vorangehens anzunehmen und sich der Sendung der Kirche zu verpflichten, im Geist des Dienstes und des Gebetes?
"Ja, ich will."
Alle: "Wir freuen uns in dir o Gott."
Und dann wird applaudiert und gesungen.
Die "Erneuerung der Geluebde" vollzieht sich bei den Schwestern in einer schlichten Form. Die Messe am Festtag von Maria Ward ist der wuerdige Rahmen, in dem dieser Schritt bewusst und oeffentlich gemacht wird.
Es ist sehr schoen, dabei sein zu duerfen.
Die Kirche im Sitio ist mit Blumen praechtig geschmueckt. Neben den Mitschwestern sind viele Familienangehoerige und Freunde da, sowie auch eine Reihe von Padres aus den Heimatgemeinden der Jubliarinnen. Ein Bischof fuehrt den Vorsitz. Er hat Humor und spricht klar. "Familienleben besteht nicht nur aus Liebe, sondern da gibt es jede Menge Spannungen, Missverstaendnisse, Streit und immer wieder die Anstrengung, einen Schritt auf den anderen hin zu tun. Und, bitte nicht boese sein, in den religioesen Gemeinschaften ist es nicht anders. Streiten und sich versoehnen, das scheint unser Leben zu sein. Stimmts, Kollegen?" fragt er die Padres, die um den Altar sitzen.
Nach der Messe gratuliere auch ich den Jubilarinnen und den jungen Schwestern. Besonders Cleide, denn ich habe bemerkt, dass sie eine "Schaefer" ist. Ihr Name wird zwar anders geschrieben (Geffer), aber die Aussprache ist exakt wie bei uns. "Ich bin auch eine Schaefer, von der Mutterseite her", sage ich ihr, und erklaere, dass das deutsche Wort "Hirte" bedeutet.
Ich erzaehle auch, dass unsere Schaefer Walser sind und urspruenglich aus Wales (Inglaterra) kommen. Cleide freut sich, sie holt ihre Verwandtschaft und wir machen "Schaefer"-Fotos. Der Onkel erklaert mir, dass sie von einer Familie aus England abstammen. "Na, sagte ich doch!" bekraeftige ich das frisch entstandene Famlienidyll.
"Die Schaefers sind besonders kontaktfreudig und unternehmerisch." erzaehle ich weiters. "Ja, das sagen wir auch!" ist die Anwort.
Und es scheint zu stimmen: Onkel Schaefer (Geffer) ist zum Praesidenten der Landarbeitergewerkschaft gewaehlt worden und die Tante ist Paedagogin und Leiterin und Politikerin und waere fast Buergermeisterin geworden.
Wieder eine Einladung nach Parana! Ach, wenn Brasilien nur nicht so gross waere!
Es gibt ein feines Buffet. Waehrend ich noch anstehe kommt ein aelteres Paar auf mich zu. Mit einem "Herzlich willkommen in Brasilien!" werde ich wieder einmal begruesst und umarmt. "Duerfen wir uns vorstellen? Mein Vater ist auch aus Oesterreich." "Schoen, von wo denn? " "Aus Lustenau." Ich lache. "Und, kascht no duetsch?" frage ich im Dialekt.
Nein, er habe als Bub mit seinem Vater Dialekt gesprochen, aber alles verlernt, meint er.
Wie klein ist die Welt!
Jetzt sitze ich also gut gesaettigt von einem koestlich zarten Schweinsbraten und "Hennahaexle" wieder in der Zentrale und schreibe meinen letzten Blog-Beitrag aus Sao Paulo.
Morgen wird gepackt, da werde ich nicht mehr dazu kommen.
In Sao Joao de Piaui und in San Raymundo Nonato gibts keinen Handymasten, sagten die Schwestern. Und Internet haben sie nicht, aber vielleicht der Pfarrer.
Macht euch also auf eine laengere Blog-Pause gefasst und freut euch mit mir, dass ich das einfache Landleben geniessen kann.
Solange man nichts von mir hoert ist alles in Butter!

Auf der letzten Seite des Heftes fuer die heutige Feier steht ein Text, der auch hier gut als Abschluss passt. Ich schliesse mich als Freundin der Gemeinschaft an:
Dankeschoen
Wir, die Schwestern der Congregatio Jesus bedanken uns bei dir, dass du Anteil nimmst an unserem Leben und mit uns zusammen unterwegs bist in der einen oder anderen Form, zur Freude und Ehre Gottes.
Vielen Dank von uns allen.
Wir wuenschen dir und deiner Familie ein glueckliches Jahr 2006, voller Frieden, Freude, Liebe, Gesundheit und Glueck!
"Einmal Freunde, Freunde fuer immer!" Mary Ward
Schwester Cleidi ist etwas ueber zwanzig, schlank, hat ein schoenes und kluges Gesicht. Sie
kniet vor dem Alter und sagt:
"Schwester Clotilde, um Gottes Barmherzigkeit Willen bitte ich sie, nachdem ich die Konstitutionen kennen gelernt habe und das Leben in der Gemeinschaft seit drei Jahren erfahre, um die Erlaubnis, weitere drei Jahre mein Leben fuer Gott und das Reich Gottes einsetzen zu duerfen und meine Bindung an die Congregatio Jesu um drei Jahre zu verlaengern."
"Sie moechten weiter in unserer Kongregation leben, unter der Bedingung sich an den Massstaeben des Evangeliums zu orientieren, unsere Weise des Vorangehens anzunehmen und sich der Sendung der Kirche zu verpflichten, im Geist des Dienstes und des Gebetes?
"Ja, ich will."
Alle: "Wir freuen uns in dir o Gott."
Und dann wird applaudiert und gesungen.
Die "Erneuerung der Geluebde" vollzieht sich bei den Schwestern in einer schlichten Form. Die Messe am Festtag von Maria Ward ist der wuerdige Rahmen, in dem dieser Schritt bewusst und oeffentlich gemacht wird.
Es ist sehr schoen, dabei sein zu duerfen.
Die Kirche im Sitio ist mit Blumen praechtig geschmueckt. Neben den Mitschwestern sind viele Familienangehoerige und Freunde da, sowie auch eine Reihe von Padres aus den Heimatgemeinden der Jubliarinnen. Ein Bischof fuehrt den Vorsitz. Er hat Humor und spricht klar. "Familienleben besteht nicht nur aus Liebe, sondern da gibt es jede Menge Spannungen, Missverstaendnisse, Streit und immer wieder die Anstrengung, einen Schritt auf den anderen hin zu tun. Und, bitte nicht boese sein, in den religioesen Gemeinschaften ist es nicht anders. Streiten und sich versoehnen, das scheint unser Leben zu sein. Stimmts, Kollegen?" fragt er die Padres, die um den Altar sitzen.
Nach der Messe gratuliere auch ich den Jubilarinnen und den jungen Schwestern. Besonders Cleide, denn ich habe bemerkt, dass sie eine "Schaefer" ist. Ihr Name wird zwar anders geschrieben (Geffer), aber die Aussprache ist exakt wie bei uns. "Ich bin auch eine Schaefer, von der Mutterseite her", sage ich ihr, und erklaere, dass das deutsche Wort "Hirte" bedeutet.
Ich erzaehle auch, dass unsere Schaefer Walser sind und urspruenglich aus Wales (Inglaterra) kommen. Cleide freut sich, sie holt ihre Verwandtschaft und wir machen "Schaefer"-Fotos. Der Onkel erklaert mir, dass sie von einer Familie aus England abstammen. "Na, sagte ich doch!" bekraeftige ich das frisch entstandene Famlienidyll.
"Die Schaefers sind besonders kontaktfreudig und unternehmerisch." erzaehle ich weiters. "Ja, das sagen wir auch!" ist die Anwort.
Und es scheint zu stimmen: Onkel Schaefer (Geffer) ist zum Praesidenten der Landarbeitergewerkschaft gewaehlt worden und die Tante ist Paedagogin und Leiterin und Politikerin und waere fast Buergermeisterin geworden.
Wieder eine Einladung nach Parana! Ach, wenn Brasilien nur nicht so gross waere!
Es gibt ein feines Buffet. Waehrend ich noch anstehe kommt ein aelteres Paar auf mich zu. Mit einem "Herzlich willkommen in Brasilien!" werde ich wieder einmal begruesst und umarmt. "Duerfen wir uns vorstellen? Mein Vater ist auch aus Oesterreich." "Schoen, von wo denn? " "Aus Lustenau." Ich lache. "Und, kascht no duetsch?" frage ich im Dialekt.
Nein, er habe als Bub mit seinem Vater Dialekt gesprochen, aber alles verlernt, meint er.
Wie klein ist die Welt!
Jetzt sitze ich also gut gesaettigt von einem koestlich zarten Schweinsbraten und "Hennahaexle" wieder in der Zentrale und schreibe meinen letzten Blog-Beitrag aus Sao Paulo.
Morgen wird gepackt, da werde ich nicht mehr dazu kommen.
In Sao Joao de Piaui und in San Raymundo Nonato gibts keinen Handymasten, sagten die Schwestern. Und Internet haben sie nicht, aber vielleicht der Pfarrer.
Macht euch also auf eine laengere Blog-Pause gefasst und freut euch mit mir, dass ich das einfache Landleben geniessen kann.
Solange man nichts von mir hoert ist alles in Butter!

Auf der letzten Seite des Heftes fuer die heutige Feier steht ein Text, der auch hier gut als Abschluss passt. Ich schliesse mich als Freundin der Gemeinschaft an:
Dankeschoen
Wir, die Schwestern der Congregatio Jesus bedanken uns bei dir, dass du Anteil nimmst an unserem Leben und mit uns zusammen unterwegs bist in der einen oder anderen Form, zur Freude und Ehre Gottes.
Vielen Dank von uns allen.
Wir wuenschen dir und deiner Familie ein glueckliches Jahr 2006, voller Frieden, Freude, Liebe, Gesundheit und Glueck!
"Einmal Freunde, Freunde fuer immer!" Mary Ward
rosa_r - 29. Jan, 01:51

Gute Reise - falls as no leasa kascht, bevor'd goascht!!
Laida hon i no net dia letschta 10 Täg leasa künna, doch des hol i morga noach. Blos da aktuelle Tag hon i übarfloga, klingt supar!!! Dia Erneuerung vum Glübde - so gfühlig!!! Einfach schüa!!!
Jetz hoffand ma alle, dass dine Ris in an Norda wida so vile schüane Idrück bringt und froiand üs scho uf Dine Bricht!!!
Alles Liabe - d'Wolfurter Steins