15.2. Auf der Datenbank
Ein schoener Morgen, mild und sonnig. Ab heute gibts auch Milch im Haus und “Capuchino” zum Fruehstueck. Ich esse immer in der offenen Aula, die ihr euch wie eine grosse ueberdachte Veranda vorstellen koennt, mit Blick auf den See.
Auch heute gelingt es mir nicht, die Mails zu beantworten. Das Oeffnen der Website dauert, das Einloggen dauert, das Oeffnen der Mailbox dauauauauauert! Und dann jedes einzelne Mail – Menschenskind! Wenn nicht das Vaterunser auf portugiesisch vor meiner Nase haenge wuerde....
Das erinnert mich uebringens an manche alten Kochrezepte, in denen eine Zeitdauer so gemessen wurde: “Ruehren sie die Masse waehrend 3 Vaterunser.”
Ich uebe mich also in Gelassenheit und komme heute wenigstens dazu, die Mails zu Lesen. Danke Phil und Sabine und Peter und Philip und Monika! Das Oeffnen eines Antwortmails war der Leitung offenbar zuviel. Bitte um Verstaendnis, wenn du keine Reaktion per Mail bekommst.
Als Eliane und Maria um 8 kommen, nehmen wir uns die Datenbank vor. Bisher gibt es ein Stammdatenblatt auf A4, das jaehrlich neu angelegt wird. Kommende Woche melden sich die neuen SchuelerInnen an, da soll es schon moeglich sein, sie gleich im PC zu erfassen.
Mit Maria erstelle ich die Basistabelle. Das braucht die meiste Denkarbeit und mir gehen die Vokabeln aus. “Solltet ihr Adresspickerl brauchen, waere es wichtig, dass ....” Immer dieser unmoegliche Konjunktiv, den ich noch nicht richtig kann!
Ich spuere auch, wie denken und sprechen miteinander verkoppelt sind. Es ist schwer, scharf zu denken, wenn man die Sprache nur unscharf beherrscht.
Noch vor dem Mittagessen tippen wir probeweise einige SchuelerInnen ein und erstellen Abfragen: “Geburtstage im August” und “Gruppe Cida” z.B.
Der kleine Williams bringt mir Hendlfleisch, schon vorgewuerzt, von Marias Mutter. Damit ist mir eine Entscheidung abgenommen: Heute gibts Risotto ala Heidi. Die anderen essen ausnahmsweise mit.
Nachmittags baue ich noch ein angenehmes Eingabeformular. Damit aber bin ich mit meiner Weisheit am Ende. Mit dem portugiesischen Access finde ich nicht heraus, wie ich die Datensaetze einzeln ausdrucken kann. Ich moechte jedes Formular (Stammdatenblatt des Schuelers) natuerlich einzeln auch auf Papier haben, und der Mistkerl druckt sie immer im Block. Wer weiss Rat?
Eliane und ich geben Daten ein. Sie spricht schnell und mit einer fuer mich witzig nasalen Art. Ich verstehe zunaechst nur Bahnhof. Nach einiger Zeit gewoehnen wir uns aneinander und ich uebe, ihr nachsprechend, die Kehllaute.
Zur Cafezinho-Zeit bringt Maria ein Thema auf, von dem wir ein paar Tage zuvor schon gesprochen hatten: “Du sagtest, du willst zum Carneval nach Salvador? Ist das ernst?” “Naja,”antworte ich, “es haengt davon ab, ob es leicht geht. Ich mag es nicht mit Gewalt erzwingen. Ich habe es schon fast vergessen.”
“Rosa, du kannst bei uns im Haus schlafen. Wir haben die Zentrale in Salvador. Und ich habe eine Freundin in der Nachbarstadt, die ist gerade aus Salvador zurueckgekomen. Ich kann ich fragen, wie sie gefahren ist und was es jetzt kostet.”
Mehr aus Neugier hole ich Kalender und Landkarte und Maria zeigt mir, wie die Fahrtmoeglichkeiten sind. Freitag in der Frueh Abreise, Samstag zu Mittag Ankunft in Salvador, etc. “Aber dann bin ich ja eine Woche weg!” verstehe ich.
“Stimmt. Und das wird sich lohnen!” versichert Maria. “Also – faehrst du oder nicht?”
“Du hast recht, das wird sich lohnen. Ich fahre.”
Maria strahlt. Einerseits, weil sie mir einen Gefallen tun will, und das ist ihr ja wirklich gelungen! Andererseits, weil sie Salvador gerne mag und sich freut, dass ich es besuchen werde.
Danach arbeiten wir noch lange mit Access. Ich bin so beeindruckt, wie offen und lernbereit Maria und Eliane sind. Sie schnappen wirklich jeden Zipfel von Kompetenz, der ihnen hilfreich erscheint, und wollen ihre Arbeit verbessern.
Die morgige Sitzung wird noch vorbereitet, der Raum geputzt und die Utensilien hergerichtet. Flipchart undso gibts natuerlich nicht. Werden wir auch nicht brauchen - wieso braucht das ueberhaupt jemand?
;-)
10 Personen sollen zur dieser Eroeffnungs und Reflexionseinheit kommen. Ich bin leicht angespannt und spuere Vorfreude.
Heute Abend gehe ich zum ersten Mal nicht auf die Praca. Ich will endlich in Ruhe mein Tagebuch schreiben und die Fotos von der Kamera auf den PC herunterladen. Roberto hat ein “Aparelho”, mit dem das gelingen sollte – und das tut es auch. Nur kann ich die Fotos leider nicht in das Blog laden. Schade, moechte euch gern die gruene Gegend hier zeigen.
Auch heute gelingt es mir nicht, die Mails zu beantworten. Das Oeffnen der Website dauert, das Einloggen dauert, das Oeffnen der Mailbox dauauauauauert! Und dann jedes einzelne Mail – Menschenskind! Wenn nicht das Vaterunser auf portugiesisch vor meiner Nase haenge wuerde....
Das erinnert mich uebringens an manche alten Kochrezepte, in denen eine Zeitdauer so gemessen wurde: “Ruehren sie die Masse waehrend 3 Vaterunser.”
Ich uebe mich also in Gelassenheit und komme heute wenigstens dazu, die Mails zu Lesen. Danke Phil und Sabine und Peter und Philip und Monika! Das Oeffnen eines Antwortmails war der Leitung offenbar zuviel. Bitte um Verstaendnis, wenn du keine Reaktion per Mail bekommst.
Als Eliane und Maria um 8 kommen, nehmen wir uns die Datenbank vor. Bisher gibt es ein Stammdatenblatt auf A4, das jaehrlich neu angelegt wird. Kommende Woche melden sich die neuen SchuelerInnen an, da soll es schon moeglich sein, sie gleich im PC zu erfassen.
Mit Maria erstelle ich die Basistabelle. Das braucht die meiste Denkarbeit und mir gehen die Vokabeln aus. “Solltet ihr Adresspickerl brauchen, waere es wichtig, dass ....” Immer dieser unmoegliche Konjunktiv, den ich noch nicht richtig kann!
Ich spuere auch, wie denken und sprechen miteinander verkoppelt sind. Es ist schwer, scharf zu denken, wenn man die Sprache nur unscharf beherrscht.
Noch vor dem Mittagessen tippen wir probeweise einige SchuelerInnen ein und erstellen Abfragen: “Geburtstage im August” und “Gruppe Cida” z.B.
Der kleine Williams bringt mir Hendlfleisch, schon vorgewuerzt, von Marias Mutter. Damit ist mir eine Entscheidung abgenommen: Heute gibts Risotto ala Heidi. Die anderen essen ausnahmsweise mit.
Nachmittags baue ich noch ein angenehmes Eingabeformular. Damit aber bin ich mit meiner Weisheit am Ende. Mit dem portugiesischen Access finde ich nicht heraus, wie ich die Datensaetze einzeln ausdrucken kann. Ich moechte jedes Formular (Stammdatenblatt des Schuelers) natuerlich einzeln auch auf Papier haben, und der Mistkerl druckt sie immer im Block. Wer weiss Rat?
Eliane und ich geben Daten ein. Sie spricht schnell und mit einer fuer mich witzig nasalen Art. Ich verstehe zunaechst nur Bahnhof. Nach einiger Zeit gewoehnen wir uns aneinander und ich uebe, ihr nachsprechend, die Kehllaute.
Zur Cafezinho-Zeit bringt Maria ein Thema auf, von dem wir ein paar Tage zuvor schon gesprochen hatten: “Du sagtest, du willst zum Carneval nach Salvador? Ist das ernst?” “Naja,”antworte ich, “es haengt davon ab, ob es leicht geht. Ich mag es nicht mit Gewalt erzwingen. Ich habe es schon fast vergessen.”
“Rosa, du kannst bei uns im Haus schlafen. Wir haben die Zentrale in Salvador. Und ich habe eine Freundin in der Nachbarstadt, die ist gerade aus Salvador zurueckgekomen. Ich kann ich fragen, wie sie gefahren ist und was es jetzt kostet.”
Mehr aus Neugier hole ich Kalender und Landkarte und Maria zeigt mir, wie die Fahrtmoeglichkeiten sind. Freitag in der Frueh Abreise, Samstag zu Mittag Ankunft in Salvador, etc. “Aber dann bin ich ja eine Woche weg!” verstehe ich.
“Stimmt. Und das wird sich lohnen!” versichert Maria. “Also – faehrst du oder nicht?”
“Du hast recht, das wird sich lohnen. Ich fahre.”
Maria strahlt. Einerseits, weil sie mir einen Gefallen tun will, und das ist ihr ja wirklich gelungen! Andererseits, weil sie Salvador gerne mag und sich freut, dass ich es besuchen werde.
Danach arbeiten wir noch lange mit Access. Ich bin so beeindruckt, wie offen und lernbereit Maria und Eliane sind. Sie schnappen wirklich jeden Zipfel von Kompetenz, der ihnen hilfreich erscheint, und wollen ihre Arbeit verbessern.
Die morgige Sitzung wird noch vorbereitet, der Raum geputzt und die Utensilien hergerichtet. Flipchart undso gibts natuerlich nicht. Werden wir auch nicht brauchen - wieso braucht das ueberhaupt jemand?
;-)
10 Personen sollen zur dieser Eroeffnungs und Reflexionseinheit kommen. Ich bin leicht angespannt und spuere Vorfreude.
Heute Abend gehe ich zum ersten Mal nicht auf die Praca. Ich will endlich in Ruhe mein Tagebuch schreiben und die Fotos von der Kamera auf den PC herunterladen. Roberto hat ein “Aparelho”, mit dem das gelingen sollte – und das tut es auch. Nur kann ich die Fotos leider nicht in das Blog laden. Schade, moechte euch gern die gruene Gegend hier zeigen.
rosa_r - 17. Feb, 03:13
