30.11. Uma pessoa de campo - eine vom Land
Natuerlich weiss jeder, dass Brasilien ein Land krassester sozialer Gegensaetze ist.
Eine Zahl dazu: 80% des Landes ist in der Hand von 10% der Grundbesitzer.
Ich bin ein einfacher Mensch, und stelle mir daher vor:
Caetana hat heute Geburtstag. Man teilt eine Torte normal in 12 Stuecke, na sagen wir 10, da rechnet es sich leichter. Die Tortenstuecke sind dann halt ein bisserl groesser.
Jetzt sehe ich grad vor mir wie ein Gast 8 Stuecke auf seinen Teller geschaufelt bekommt. Und die uebrigen 9 Gaeste teilen sich die zwei anderen Stuecke brav auf.
In Brasilien sind nicht alle so brav.
Seit 21 Jahren existiert sogar eine einigermassen strukturierte Bewegung der Tortenschnipsler, die sich um den vollen Teller mit den 8 Stuecken kuemmern wollen.
Weil der eine Gast aber gar nicht so rasch in sich hinein schaufeln kann, kriegen sie wirklich immer wieder was ab davon.
Die Bewegung MST (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra) gilt als erfolgreich und vorbildlich. Durch ihre Aktivitaeten haben mehr als 350.000 Familien in den letzten 20 Jahren Land erhalten, das ihnen eine Existenzgrundlage ermoeglicht.
Ich habe Caetana und Terezinha erzaehlt, dass ich eine "pessoa de campo", eine Frau vom Land, bin und dass mich sehr interessiert, wie die Menschen hier am Land leben. Und gestern wurde ich auf eine Rundreise zu drei Plaetzen im Umkreis von Sao Paulo eingeladen, wo Land von der Bewegung besetzt wurde. In diesen drei Projekten arbeiten Ordensleute, die Caetana gut kennt, und die sie auch offensichtlich grosszuegig unterstuetzt. Mit der heute 66-jahrigen Caetana im VW-Bus und mit weiteren 5 Ordensfrauen habe ich also gestern den ersten Tag "am Land" verbracht und die MST ein bisschen kennen gelernt.
Die Bewegung geht so vor:
Stadium 1. Leute von der Strasse werden aktiviert, Land zu besetzen. Das gehoert natuerlich grad jemandem, wird aber nicht von ihm landwirtschaftlich genutzt. 30 bis 100 Familien machen sich auf den Weg.
Stadium 2: Die Familien lassen sich nieder und errichten einfache Unterkuenfte im Gelaende. Die Bewegung versucht zu erreichen, dass dieses Land vom Staat gekauft wird, oder falls der Staat es bereits besitzt, dass er es fuer diese Familien frei gibt. Die MST beruft sich dabei auf einen Verfassungsartikel aus dem Jahr 1985, der eine Agrarreform verspricht.
Zwei der Projekte die wir besucht haben, sind in diesem Stadium.
Am einen Ort leben jetzt 70 Familien. Sie haben dort eine Quelle und sogar Strom.
Der Platz wurde vor drei Monaten naemlich bereits zum 5. Mal besetzt und Jesuiten haben inzwischen fuer etwas Infrastruktur gesorgt. Die Kinder werden auch mit einem Bus in die Schule gebracht. Ein Senhor von etwa 60 Jahren hat ein wenig mit uns geplaudert, bevor er ebenfalls zum Unterricht ging.
Jede Familie erhaelt ein Lebensmittelpaket pro Monat und wird angehalten, das Land zu bebauen. Den Erfolg haben wir natuerlich gesehen und entsprechend bewundert . Der Mais steht nach 3 Monaten bereits einen halben Meter hoch und sie ernten schon die ersten zuchieni-aehnlichen Kuerbisse.
Manche der Familien kennen die Landarbeit. Sie sind wegen der Trockenheit im Norden Brasiliens, von der auch unsere Medien im Sommer berichtet haben, oder vor anderen widrigen Umstaenden zu den MST geflohen. Andere aber sind das Arbeiten nicht mehr gewoehnt, sie lebten vom Betteln in den Flavellas. Ca 50% der Familien halten nicht durch und kehren in die Stadt zurueck.
Zwei Schwestern leben mit ihnen im "Nukleus" der Ansiedlung, wo auch Gemeinschaftsraeume errichtet sind. Sie unterrichten, sorgen fuer erste Hilfe, helfen bei der Landwirtschaft und und und.
Das erste Projekt, das wir besucht haben ist nach einem Kampf von mehr als vier Jahren vor kurzem legalisiert worden. Jetzt beginnt
Stadium 3: Aufteilen
Jede Familie erhaelt einen Anteil des Landes, das wird auch im Grundbuch eingetragen. In dieser Phase unterstuetzt auch der Staat die Kleinbauern durch Arbeitsgeraete, guenstige Kredite oder Baumaterial. Bis dorthin und auch noch eine Zeit darueber hinaus leben die Menschen naemlich in Huetten, die sie aus Plastiplanen und Holzstaemmen bauen. Auch die Schwestern.
Das Bild ist aus der Website des Standard und gibt genau wieder, was ich gesehen habe, aber gestern nicht selber dokumentieren konnte:

Solange sie nicht genug produzieren, um davon leben zu koennen, werden sie weiterhin mit dem Lebensmittelpaket unterstuetzt. Luise Maria ist stolz auf ihre Leute. Sie ist sicher, dass es noch ca. 3 jahre dauern wird, bis sie voellig selbstaendig sein werden.
Die MST ist vielfach dokumentiert. Es gibt eine informative Website mit taeglich aktuellen Nachrichten ueber Besetzungen von Land, von Angriffen auf Mitglieder der Bewegung, von laufenden Prozessen fuer den Freikauf von Land und auch vom Kampf gegen Firmen, die gentechnisch veraendertes Saatgut ausbringen. Naehere Infos auf deutsch gibts beim Buchverlag Suedwind. Und wahrscheinlich von mir morgen.
Eine Zahl dazu: 80% des Landes ist in der Hand von 10% der Grundbesitzer.
Ich bin ein einfacher Mensch, und stelle mir daher vor:
Caetana hat heute Geburtstag. Man teilt eine Torte normal in 12 Stuecke, na sagen wir 10, da rechnet es sich leichter. Die Tortenstuecke sind dann halt ein bisserl groesser.
Jetzt sehe ich grad vor mir wie ein Gast 8 Stuecke auf seinen Teller geschaufelt bekommt. Und die uebrigen 9 Gaeste teilen sich die zwei anderen Stuecke brav auf.
In Brasilien sind nicht alle so brav.
Seit 21 Jahren existiert sogar eine einigermassen strukturierte Bewegung der Tortenschnipsler, die sich um den vollen Teller mit den 8 Stuecken kuemmern wollen.
Weil der eine Gast aber gar nicht so rasch in sich hinein schaufeln kann, kriegen sie wirklich immer wieder was ab davon.
Die Bewegung MST (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra) gilt als erfolgreich und vorbildlich. Durch ihre Aktivitaeten haben mehr als 350.000 Familien in den letzten 20 Jahren Land erhalten, das ihnen eine Existenzgrundlage ermoeglicht.
Ich habe Caetana und Terezinha erzaehlt, dass ich eine "pessoa de campo", eine Frau vom Land, bin und dass mich sehr interessiert, wie die Menschen hier am Land leben. Und gestern wurde ich auf eine Rundreise zu drei Plaetzen im Umkreis von Sao Paulo eingeladen, wo Land von der Bewegung besetzt wurde. In diesen drei Projekten arbeiten Ordensleute, die Caetana gut kennt, und die sie auch offensichtlich grosszuegig unterstuetzt. Mit der heute 66-jahrigen Caetana im VW-Bus und mit weiteren 5 Ordensfrauen habe ich also gestern den ersten Tag "am Land" verbracht und die MST ein bisschen kennen gelernt.
Die Bewegung geht so vor:
Stadium 1. Leute von der Strasse werden aktiviert, Land zu besetzen. Das gehoert natuerlich grad jemandem, wird aber nicht von ihm landwirtschaftlich genutzt. 30 bis 100 Familien machen sich auf den Weg.
Stadium 2: Die Familien lassen sich nieder und errichten einfache Unterkuenfte im Gelaende. Die Bewegung versucht zu erreichen, dass dieses Land vom Staat gekauft wird, oder falls der Staat es bereits besitzt, dass er es fuer diese Familien frei gibt. Die MST beruft sich dabei auf einen Verfassungsartikel aus dem Jahr 1985, der eine Agrarreform verspricht.
Zwei der Projekte die wir besucht haben, sind in diesem Stadium.
Am einen Ort leben jetzt 70 Familien. Sie haben dort eine Quelle und sogar Strom.
Der Platz wurde vor drei Monaten naemlich bereits zum 5. Mal besetzt und Jesuiten haben inzwischen fuer etwas Infrastruktur gesorgt. Die Kinder werden auch mit einem Bus in die Schule gebracht. Ein Senhor von etwa 60 Jahren hat ein wenig mit uns geplaudert, bevor er ebenfalls zum Unterricht ging.
Jede Familie erhaelt ein Lebensmittelpaket pro Monat und wird angehalten, das Land zu bebauen. Den Erfolg haben wir natuerlich gesehen und entsprechend bewundert . Der Mais steht nach 3 Monaten bereits einen halben Meter hoch und sie ernten schon die ersten zuchieni-aehnlichen Kuerbisse.
Manche der Familien kennen die Landarbeit. Sie sind wegen der Trockenheit im Norden Brasiliens, von der auch unsere Medien im Sommer berichtet haben, oder vor anderen widrigen Umstaenden zu den MST geflohen. Andere aber sind das Arbeiten nicht mehr gewoehnt, sie lebten vom Betteln in den Flavellas. Ca 50% der Familien halten nicht durch und kehren in die Stadt zurueck.
Zwei Schwestern leben mit ihnen im "Nukleus" der Ansiedlung, wo auch Gemeinschaftsraeume errichtet sind. Sie unterrichten, sorgen fuer erste Hilfe, helfen bei der Landwirtschaft und und und.
Das erste Projekt, das wir besucht haben ist nach einem Kampf von mehr als vier Jahren vor kurzem legalisiert worden. Jetzt beginnt
Stadium 3: Aufteilen
Jede Familie erhaelt einen Anteil des Landes, das wird auch im Grundbuch eingetragen. In dieser Phase unterstuetzt auch der Staat die Kleinbauern durch Arbeitsgeraete, guenstige Kredite oder Baumaterial. Bis dorthin und auch noch eine Zeit darueber hinaus leben die Menschen naemlich in Huetten, die sie aus Plastiplanen und Holzstaemmen bauen. Auch die Schwestern.
Das Bild ist aus der Website des Standard und gibt genau wieder, was ich gesehen habe, aber gestern nicht selber dokumentieren konnte:

Solange sie nicht genug produzieren, um davon leben zu koennen, werden sie weiterhin mit dem Lebensmittelpaket unterstuetzt. Luise Maria ist stolz auf ihre Leute. Sie ist sicher, dass es noch ca. 3 jahre dauern wird, bis sie voellig selbstaendig sein werden.
Die MST ist vielfach dokumentiert. Es gibt eine informative Website mit taeglich aktuellen Nachrichten ueber Besetzungen von Land, von Angriffen auf Mitglieder der Bewegung, von laufenden Prozessen fuer den Freikauf von Land und auch vom Kampf gegen Firmen, die gentechnisch veraendertes Saatgut ausbringen. Naehere Infos auf deutsch gibts beim Buchverlag Suedwind. Und wahrscheinlich von mir morgen.
rosa_r - 30. Nov, 21:02

HHAATTSSCCHHII!!!!!!!!!!!!!
As tuat mar echt laid, aber i bia dia letschta zwoa Wocha Znacht mit dar Klenna im Vollbetrieb gsi, tagsübr hon i gschaffat (Urlaubsstellvertretung, I hass as) - jetz i bia i hi.... Dar Kinda-arzt hot gmoant, des sei normal, wenns ind Spielgruppa kummand - wenn i des gwisst het...
Abr jetz homas gschafft, i bia o im krankastand (am Dienschtag hon i erste mol im leaba 40 Grad Fieba keht - so glob i fühlt ma sich als Tschanki) - hüt hon i nur no meh 38 Grad, da Doktor moant a echte Grippe....
D'Mama und dia Kleanne sind oh voll dra am schnütza, huaschta etc... abr zum Glück hoan se koa Fiba!
Und mia fröijand üs scho so uf dine Bricht - i hon alles ins word umekopiert, drucks grad us und noach am Mittageassa (i mach wurschtnudla) leasand d'Mama und i voll druf los - i bia scho ganz gspannt, und d'Mama hebst eh scho lang nömma us, i war blos z'gschafft! Und hüt oband schrieband mar Dir a "Stellungnahme" - okay? Mutz, schlabber und Umärmelung bri
mei du aarme!
i ha am tsischdig a schwoester troffe, mit dera i praktisch dialekt gerdat ha, well si von duetscha us am schwarzwald abstammt. era sin vater hot guat duetsch gredet, si kas ou a kle, aber s bescht ischt, se redat fasch wia mir!
fein wenn as dar bessar goht! schick dar a kle frische luft umme!
und dar mama und dar muus ganz dicke muetz - trotz schnuetzerei!
wenn du alls kopiert heascht bin i echt froh, well as git bis iatz koa sicherung vom blog. as taet mar doch a kle leid, wenn amol alls zmol weg waer. also bisch so guat und hebscht as mar i amana ordnarle uf? dankschoe!
huet t ha i glernt: PASTA hoasst net nudla sondern ist an ordner im explorer, a aktataescha so geseaga. jetzt woass i, wieso se pasta net mit eassa in varbindung bringand...
:-)
viel spass huet zsobad und weradn schneall gsund!