5.12. Heidrun feiert

Zur Feier von Heidruns Geburtstag kann ich grad mal was vom "bedeutendsten Museum Lateinamerikas" berichten (laut Baedecker) , dem MASP Musuem fuer Kunst in Sao Paulo.

Gestern wollte ich mal wieder in die City und da ich unter guter Obhut bin, hat sich Terezinha erfreut gezeigt, auch einmal ins MASP zu kommen. Also zum Teil habe ich ihr das Interesse abgenommen, denn mir geht es auch so: Die beruehmtesten Orte, wie zB Schoenbrunn oder die Schatzkammer, besuche ich nur mit Gaesten.
Der Begleitschutz wurde aber auch deshalb aufgeboten, weil gestern ein Fussball-Derby die Stadt zum Kochen bringen sollte: Wenn die Korinthias und die Palmeiras spielen, ist der Teufel los. Wir aber haben davon kaum was bemerkt - ausser dass in fast jeder U-Bahn-Station mehrere PolizistInnen am Bahnsteig waren.
Leider habe ich das Match nicht gesehen und weiss nicht einmal, wer letztlich Meister geworden ist.

Die Knallerei der Feuerwerkskoerper begann schon am Vormittag - und nicht nur im Stadium! Das geschieht aber praktisch jedes Wochenende: Es muss ein Stadium in der Naehe sein, denn ab Freitag Abend gehts in unserer Gegend rund - bis in die Nacht hinein.

Zur Mitternacht in Augsburg hat also Heidruns Geburtstag mit einem Feuerwerk in Sao Paulo begonnen. Und ich widme dieses ganz persoenlich meiner spritzigen und praechtigen Tochter!

Vom alten Stadtzentrum habe ich bereits berichtet, dort liegt das Jesuitenkolleg auf einem Huegel. Die Avenida Paulista ist das neue Stadtzentrum. Wer wirtschaftlich etwas sein will, hat eine Adresse hier.
Viel von der Avenida Paulista habe ich gestern nicht gesehen, denn wir sind gleich beim Antiquitaetenmarkt haengen geblieben.
Oh welche Wonne, so viele ausgesucht schoene alte Dinge. Von Porzellanpapageien bis zu alten Kameras, von kleinen Heiligenstatuen bis zu Silberloeffeln, von Buechern bis zu Spazierstoecken als Horn oder edlem Holz - was man halt alles haben koennte und nicht wirklich braucht. Gottseidank hatte ich nicht genug Geld dabei!
Daneben gibts den Markt der KunsthandwerkerInnen: Ledertaschen fuer wenige Euros, Hippies stellen Schmuck aus Naturmaterialen her, eine alte Dame bestickt T-Shirts mit Perlen und Pailletten, jede Menge gehaekelter Guertel und Kappen. Vielleicht bringe ich eine fuer Elena mit, denn sie sehen "cool" aus!

Danach mussten wir uns bei einem Cafezinho im Restaurant des Museums erholen.
Vom Museum selbst haben wir nur die Haelfte erkundet: Das oberste und das unterste Stockwerk; die bekannte Fotoausstellung habe ich mir aufgespart.
Der Eintritt fuer Personen ueber 60 ist frei, ich habe den vollen Preis zu knapp 3 Euro bezahlt. auch das ist guenstig.

Im obersten Stock ist ein Querschnitt durch die abendlaendische Kunst zu sehen. Ein paar roemische Skulpturen, religioese Bilder aus dem 13. Jhdt, und dann aufsteigend bis zum 20. Jahrhundert je ein bis zwei Saele fuer die bekanntesten Kunstepochen bzw. "Schulen" in Italien, Spanien, England, Mittel- und Nordeuropa (Bosch, Hals, Rubens) und viel franzoesische Kunst der Jahrhundertwende 19./20. Jhd, vor allem Impressionisten.
Besonders interessant fuer mich waren Bilder brasilianischer Maler und Malerinnen aus dem 17. und 18. Jahrhundert: Szenen aus dem Leben am Land und historische Landschaften, zB die Bucht von Rio.

Im Keller aber ist der Bibelzyklus von Candido Portinari zu sehen. Acht grosse Bilder, fast grafisch in schwarz-weiss gehalten, mit starkem Gefuehlsaudruck der Figuren: Der Zorn der Muetter, als Herodes die Kinder toeten laesst; die Verzweiflung des Propheten, der sieht und nicht verhindern kann; Marta und Marias Schmerz und Erschrecken, als der tote Lazarus zum Leben erweckt wird - das sind einige der Motive.
Die Bilder sind 1943 unter dem Eindruck des Weltkriegs und beeinflusst von Picasso's "Guernica" entstanden.

Portinari ist 1903 im Bundesstaat Sao Paulo als Kind italienischer Einwanderer geboren, hat Malerei u.a. in Frankreich studiert, seinen markanten Stil aber in der Heimat Brasilien gefunden. Er erinnert mich an Hodler. In den Vereinigten Staaten, in Europa und Lateinamerika konnte er zahlreiche Werke umsetzen, z.B. die Gemaelde "Krieg" und "Frieden", jedes 14 x 10 Meter gross, die die brasilianische Regierung den Vereinten Nationen stiftete und die heute in der Eingangshalle des Hauptgebaudes der UNO in New York zu sehen sind.
futebol_portinari

Dieses "Fussball"-Bild ist nicht gerade typisch fuer ihn, aber es passt heute.

Portinari starb 1962, vergiftet durch die Stoffe, die in seinen Farben enthalten waren.
Er ist neben seiner internationalen Anerkennung als Maler auch durch sein gesellschaftliches und politisches Engagement bekannt und geehrt. Schoen, diese herausragende Persoenlichkeit Brasiliens hier naeher zu entdecken.
rosa_r - 6. Dez, 17:33

Die Corinthias sind Meister

und zwar bereits zum vierten Mal hintereinander.
Verdienterweise meint die Sao Paulistische Zeitung, die im uebringen mit dem Fussball nicht zufrieden ist. Die endlose Tanzerei solle aufhoeren, es brauche mehr Tempo, schreibt sie.
Na sowas!

heidschnucke - 6. Dez, 23:17

danke

hallo meine heißgeliebte mutter!
vielen dank für das schöne weblog und die info, über den fußballstand in brasilien.
ich beneide dich für die zeit,d ie du in diesem (deinen schilderungen nach) fantastischen land verbringst. ichw äre gerne mit ins museum!
ich soll dir liebe grüße von jürgen,mel,dom,alex und natürlich max ausrichten. alle haben sich nach dir erkundigt und gefragt, warum du nicht dabei warst. nachdem sie erfahren haben, o du steckst, waren sie alle etwas eifersüchtig! *hihi*
drück mir morgen die daumen: ich hab ein referat über das pädagogische angebot im jüdischen museum hohenems (jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, das hohenems!)
ich umarme dich und schreib dir bald wieder ein fürchterlich langes email.
bis dahin: fühl dich umarmt und geküsst
deine steinalte tochter

rosa_r - 7. Dez, 12:33

in wuerde altern *g*...

...sollst du mein kind,
oder auch nicht, ganz wie du willst! die reise ins leben ist auf an und fuer sich nicht besonders schmerzhaft und fuehrt immer wieder in neue raeume! blos net lugg lo und witr go muascht halt, denn bliebscht "forever young".
oder wie hans von sassen immer sagte: "nur der koerper kann altern, der geist kennt nur entwicklung." verwicklung wahrscheinich auch, meiner zumindest.

soso, hohenems! na sowas, und das hast du mir vorenthalten. wann wirst du es denn besuchen? am besten mit peter und mir im kommenden sommer!

Das wichtigste KURZ

Endlich Fotos! - ab 1.2.. Dieses Blog enthaelt Notizen und Fotos bis zum 23.2., der ersten Zeit in Piaui. Fortsetzung unter <2brasil.twoday.net>!!!!!!!! Seit 30.1. geniesse das Landleben im "Wilden Westen" von Brasilien - das ist der Nordosten, genauer gesagt Bundesstaat Piaui! Derzeit wohne ich in der Fundacao ASAS, einem privaten Bildungsprojekt fuer Kinder aus benachteiligten Familien. Roberto, der Gruender, ist Hoellaender und arbeitet hier als Seelsorger. Die Gemeinde Sao Miguel hat etwa 3000 EW, laendlicher Raum, schoene Natur, derzeit angenehm sommerliches Wetter. Ich arbeite im Buero, habe viel Kontakt mit Kindern und besuche Familien. Die ersten 2,5 Monate habe ich in Sao Paulo gelebt, in verschiedenen Haeusern der Schwestern der Congregatio Jesu: Zentrale, Schule, Peripherie. Besuchte Sozialprojekte, interviewte interessante Menschen, recherierte viel im Internet, lernte portugiesisch und half ehrenamtlich mit.

Info fuer AllesleserInnen

Das Tagebuch ist wieder aktuell. Falls dein PC manche Tage nicht anzeigt, gehe in der obersten Befehlszeile auf "brasil" und wenn die Auswahl sich zeigt auf "Tagebuch". Die Suchmaschine funktioniert auch, allerdings muss man halt wissen, was man finden will... Peter und Heidrun wissen normalerweise, wie es mir geht: peter.hirsch@atnet.at; HeidrunLange1984@aol.com

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